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Asylantragszahlen pro Jahr und Monat

2018 wurden bis Ende November in Österreich insgesamt 12.529 Asylanträge gestellt. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum bedeutet das einen Rückgang um 45,8 %. Bis Jahresende wird – wenn die Zahl der Asylansuchen auf demselben Niveau bleibt wie in den letzten Monaten – mit ca. 13.600 Asylanträgen zu rechnen sein. Das wäre der niedrigste Wert seit 2010.

Jährliche Asylanträge in Österreich

Die monatlichen Asylantragszahlen blieben seit April 2018 relativ konstant um etwa 1.000 bis 1.100 Anträge pro Monat. Im November 2018 wurden 1.031 Asylansuchen gezählt.

Monatliche Asylanträge in Österreich letzte 25 Monate

Auch der Vergleich mit den Monatswerten seit 2001 verdeutlicht das aktuell niedrige Niveau an Asylanträgen in Österreich.

Monatliche Asylanträge in Österreich seit 2001

85 % aller Asylanträge waren erstmalige Asylanträge, 15 % wurden von Personen gestellt, die bereits früher einmal ein Asylverfahren in Österreich durchlaufen haben. Am häufigsten wurden Mehrfachasylanträge von afghanischen (299 Mehrfachanträge), nigerianischen (264) und russischen (247) Staatsanghörigen eingebracht.

Erst- und Mehrfachasylanträge
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Herkunftsstaaten

Die meisten Asylanträge wurden 2018 bisher von syrischen und afghanischen Staatsangehörigen gestellt. Im Vergleich zu 2017 nicht mehr unter den 10 Hauptherkunftsstaaten vertreten sind Pakistan (2017 noch der Herkunftsstaat mit den drittmeisten Asylanträgen) und die Ukraine, neu hinzugekommen sind Georgien und Indien.

Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen

Bei keinem der Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen ist derzeit ein markanter Anstieg der Asylantragszahlen zu beobachten.

Entwicklung der Asylanträge aus den Hauptherkunftsstaaten im letzten Jahr
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AsylwerberInnen nach Alter und Geschlecht

Der Anteil von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) unter den AsylwerberInnen ging von 5,5 % 2017 auf 3,6 % zurück. Von den 456 UMF waren 46 unter 14 Jahre alt. Besonders stark reduziert hat sich die Zahl von unbegleiteten Minderjährigen aus Afghanistan (von 694 UMF 2017 auf bisher 172 im Jahr 2018; 2015 waren es überhaupt noch mehr als 5.600 UMF aus Afghanistan gewesen, die einen Asylantrag in Österreich gestellt hatten).

Asylanträge von unbegleiteten Minderjährigen

Der Anteil weiblicher AsylwerberInnen liegt 2018 bei 40 % und ist damit der höchste Wert seit zumindest 2002 (für die Zeit davor sind keine Daten verfügbar).

Asylanträge nach Geschlecht

Die Hälfte der 2018 gestellten Asylanträge betraf Minderjährige (unter 18 Jahren). Bei den Erwachsenen entfallen zwei Drittel der Anträge auf Männer, ein Drittel auf Frauen. Bei den Minderjährigen ist die Geschlechterdifferenz nur geringfügig.

Asylanträge nach Alter und Geschlecht
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Entscheidungen im Asylverfahren

Eine wichtige Vorbemerkung zu den folgenden Statistiken und Zahlen: In jedem Asylverfahren können bis zu drei Entscheidungen getroffen werden (Asyl ja/nein, subsidiärer Schutz ja/nein, humanitäres Aufenthaltsrecht ja/nein). In der Asylstatistik des BMI ist jedoch nicht näher erläutert, ob pro Asylverfahren nur eine oder eventuell auch mehrere Enscheidungen in die Statistik aufgenommen wurde (z.B. ob bei Gewährung von subsidiärem Schutz auch die damit verbundene negative Entscheidung zu Asyl in die Daten eingeflossen ist). Wegen dieser Unklarheit sind insbesondere die Zahlen zu den rechtskräftig negativen Entscheidungen mit Vorsicht zu betrachten.

13.526 Personen wurde bisher im Jahr 2018 Asyl gewährt, 3.875 subsidiärer Schutz und 1.703 ein humanitärer Aufenthaltsstatus. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen deutlichen Rückgang bei den Schutzgewährungen. Gestiegen ist hingegen die Gesamtzahl der rechtskräftig negativen Entscheidungen.

Asylentscheidungen 2014-2018

Anmerkung: Unter "Rechtskräftig negativ" sind alle negativen Entscheidungen zu Asyl, subsidiären Schutz und humanitären Aufenthalt zusammengezählt. Unter den negativen Entscheidungen sind auch Entscheidungen zu Asylanträgen enthalten, die wegen Zuständigkeit eines anderen EU-Mitgliedsstaats zurückgewiesen wurden. Diese Personen könnten aber durchaus Gründe für Asyl oder subsidiären Schutz gehabt haben. "Sonstige Entscheidungen" sind v.a. Verfahrenseinstellungen.

Zwei Drittel aller positiven Asylentscheidungen entfielen auf syrische und afghanische Staatsangehörige. Subsidiärer Schutz wurde am häufigsten an AfghanInnen vergeben (allerdings erhielten afghanische Staatsanghörige deutlich öfter Asyl als subsidiären Schutz).

Asylentscheidungen nach Herkunftsländern

Während 90 % aller Asylentscheidungen bei SyrerInnen, 80 % bei Staatenlosen und 74 % bei IranerInnen mit einer Asylgewährung endeten, waren es bei Nigeria und Indien jeweils nur 1 %. Bei Georgien gab es 2018 überhaupt erst 2 positive Asylentscheidungen. Insgesamt wurden 47 % der Verfahren mit einer Asylgewährung, 42 % mit einer Ablehnung und 11 % mit einer sonstigen Entscheidung abgeschlossen.

Asyl-Anerkennungswahrscheinlichkeit

Anmerkungen: Bei dieser Statistik ist zu beachten, dass nur Asylentscheidungen, nicht aber die Zuerkennungen bzw. Ablehnungen von subsidiärem Schutz oder humanitärem Aufenthalt, berücksichtigt sind. Als "Sonstige Entscheidungen" gelten v.a. Verfahrenseinstellungen (etwa weil die betreffende Person nicht mehr auffindbar ist. Zu den negativen Entscheidungen zählen auch Ablehnungnen im Zulassungsverfahren (z.B. wenn ein anderer EU-Mitgliedsstaat für die Prüfung des Asylantrags zuständig ist).

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Sonstiges

Waren zu Jahresbeginn 2017 noch mehr als 76.000 Asylverfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen, hat sich die Zahl der offenen Verfahren bis Ende November 2018 auf 38.907 reduziert. 43 % der offenen Verfahren entfallen auf Asylverfahren von afghanischen Staatsangehörigen. Besonders drastisch war der Rückgang der offenen Verfahren in 1. Instanz (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl). Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Asylverfahren in 2. Instanz stieg hingegen bis August 2018 weiter an, erst seit September 2018 gibt es einen geringfügigen Rückgang.

offene Asylverfahren

Anmerkung: Bei den offenen Verfahren in 1. Instanz sind auch jene Verfahren inkludiert, die zwar bereits entschieden, aber noch nicht rechtskräftig sind.

Nachdem zwischen 2013 und 2017 noch ca. 1.900 Flüchtlinge über humanitäre Aufnahmeprogramme nach Österreich gekommen waren, wurden 2018 keine Personen mehr über Resettlement (direkte Aufnahme von Flüchtlingen aus Erstaufnahmeländern, z.B. Jordanien) aufgenommen.

Resettlement von Flüchtlingen
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Anmerkungen

Links zu den Datenquellen: