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Asylantragszahlen pro Jahr und Monat

2018 wurden in Österreich insgesamt 13.400 Asylanträge gestellt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 45,8 %. Nur im Zeitraum von 2006–2008 und 2010 gab es seit der Jahrtausendwende weniger Anträge als 2018.

Grafik: Jährliche Asylanträge in Österreich

Der Höchstwert bei den monatlichen Asylanträgen wurde 2018 zu Jahresbeginn im Jänner (1.481 Anträge), der niedrigste Wert am Jahresende im Dezember (871 Anträge) erreicht. 2017 waren die monatlichen Antragszahlen noch zwischen 1.584 und 2.512 gelegen.

Grafik: Monatliche Asylanträge in Österreich letzte 25 Monate

Es gab seit 2001 insgesamt nur 8 Monate, in denen weniger Asylanträge als im Dezember 2018 gestellt wurden. Zuletzt war das im April 2010 der Fall.

Grafik: Monatliche Asylanträge in Österreich seit 2001

85 % aller Asylanträge waren erstmalige Asylanträge, 15 % wurden von Personen gestellt, die bereits früher einmal ein Asylverfahren in Österreich durchlaufen haben. Am häufigsten wurden Mehrfachasylanträge von afghanischen (319 Mehrfachanträge), nigerianischen (271) und russischen (267) Staatsanghörigen eingebracht.

Grafik: Erst- und Mehrfachasylanträge
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Herkunftsstaaten

Die meisten Asylanträge wurden 2018 wie schon in den Vorjahren von syrischen und afghanischen Staatsangehörigen gestellt.

Karte und Grafik: Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen 2018

Syrien hatte zwar 2018 wieder die meisten Asylsuchenden in Österreich, gleichzeitig aber auch den stärksten absoluten Rückgang der Asylantragszahlen im Vergleich zu 2017. Den größten relativen Rückgang gab es bei pakistanischen AsylwerberInnen (-84%). Von den Hauptherkunftsstaaten wies nur der Iran einen Anstieg auf, bei Georgien blieben die Zahl annähernd gleich, bei allen anderen Staaten gab es 2018 deutlich weniger Asylanträge als im Jahr zuvor.

Grafik: Vergleich Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen 2017-2018
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AsylwerberInnen nach Alter und Geschlecht

Der Anteil von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) unter den AsylwerberInnen ging von 5,5 % 2017 auf 3,6 % zurück. Von den 488 UMF waren 47 unter 14 Jahre alt. Besonders stark reduziert hat sich die Zahl von unbegleiteten Minderjährigen aus Afghanistan, von 694 UMF 2017 auf 183 im Jahr 2018 (2015 waren es überhaupt noch mehr als 5.600 UMF aus Afghanistan gewesen, die einen Asylantrag in Österreich gestellt hatten).

Grafik: Asylanträge von unbegleiteten Minderjährigen

Der Anteil weiblicher AsylwerberInnen lag 2018 bei 39,8 % und war damit der höchste Wert seit zumindest 2002 (für die Zeit davor sind keine Daten verfügbar).

Grafik: Asylanträge nach Geschlecht

Die Hälfte der 2018 gestellten Asylanträge betraf Minderjährige (unter 18 Jahren). Bei den Erwachsenen entfallen zwei Drittel der Anträge auf Männer, ein Drittel auf Frauen. Bei den Minderjährigen ist die Geschlechterdifferenz weniger stark ausgeprägt.

Grafik: Asylanträge nach Alter und Geschlecht

Anmerkung: Daten für Dezember 2018 sind bei Eurostat noch nicht verfügbar.

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Entscheidungen im Asylverfahren

Eine wichtige Vorbemerkung zu den folgenden Statistiken und Zahlen: In jedem Asylverfahren können bis zu drei Entscheidungen getroffen werden (Asyl ja/nein, subsidiärer Schutz ja/nein, humanitäres Aufenthaltsrecht ja/nein). In der Asylstatistik des BMI ist jedoch nicht näher erläutert, ob pro Asylverfahren nur eine oder eventuell auch mehrere Enscheidungen in die Statistik aufgenommen wurde (z.B. ob bei Gewährung von subsidiärem Schutz auch die damit verbundene negative Entscheidung zu Asyl in die Daten eingeflossen ist). Außerdem ist zu beachten dass unter den negativen Entscheidungen auch Entscheidungen zu Asylanträgen enthalten sind, die wegen Zuständigkeit eines anderen EU-Mitgliedsstaats zurückgewiesen wurden (Dublin-Verfahren). Diese Personen könnten aber durchaus Gründe für Asyl oder subsidiären Schutz gehabt haben. Aus diesen Gründen sind insbesondere die Zahlen zu den rechtskräftig negativen Entscheidungen mit Vorsicht zu betrachten.

14.379 Personen wurde im Jahr 2018 Asyl gewährt, 4.099 subsidiärer Schutz und 1.848 ein humanitärer Aufenthaltsstatus. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen deutlichen Rückgang bei den Schutzgewährungen. Gestiegen ist hingegen die Gesamtzahl der rechtskräftig negativen Entscheidungen.

Grafik: Asylentscheidungen 2014-2018

Anmerkung: Unter "Rechtskräftig negativ" sind alle negativen Entscheidungen zu Asyl, subsidiären Schutz und humanitären Aufenthalt zusammengezählt. "Sonstige Entscheidungen" sind v.a. Verfahrenseinstellungen.

Die meisten positiven Asylentscheidungen gab es für syrische und afghanische Staatsanghörige. Zwei Drittel aller Asylgewährungen entfielen auf diese beiden Staaten. Subsidiärer Schutz wurde am häufigsten an AfghanInnen vergeben (allerdings erhielten afghanische Staatsanghörige deutlich öfter Asyl als subsidiären Schutz).

Grafik: Asylentscheidungen nach Herkunftsländern

Während 90 % aller Asylentscheidungen bei SyrerInnen, 80 % bei Staatenlosen und 75 % bei IranerInnen mit einer Asylgewährung endeten, erhielten nur wenige Staatsangehörigen aus der Ukraine (21 positive Entscheidungen), Pakistan (32), Nigeria (18), Georgien (3) oder Indien (2) einen Asylstatus. Insgesamt wurden 47,7 % der Verfahren mit einer Asylgewährung, 41,6 % mit einer Ablehnung und 10,7 % mit einer sonstigen Entscheidung abgeschlossen.

Grafik: Asyl-Anerkennungswahrscheinlichkeit

Anmerkungen: Bei dieser Statistik ist zu beachten, dass nur Asylentscheidungen, nicht aber die Zuerkennungen bzw. Ablehnungen von subsidiärem Schutz oder humanitärem Aufenthalt, berücksichtigt sind. Als "Sonstige Entscheidungen" gelten v.a. Verfahrenseinstellungen (etwa weil die betreffende Person nicht mehr auffindbar ist). Zu den negativen Entscheidungen zählen auch Ablehnungnen im Zulassungsverfahren (z.B. wenn ein anderer EU-Mitgliedsstaat für die Prüfung des Asylantrags zuständig ist).

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Sonstiges

Waren zu Jahresbeginn 2017 noch mehr als 76.000 Asylverfahren nicht rechtskräftig abgeschlossen, hat sich die Zahl der offenen Verfahren bis Ende 2018 auf 38.053 reduziert. 43 % der offenen Verfahren entfallen auf Asylverfahren von afghanischen Staatsangehörigen. Besonders drastisch war der Rückgang der offenen Verfahren in 1. Instanz (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl). Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Asylverfahren in 2. Instanz stieg hingegen bis August 2018 weiter an, erst seit September 2018 gibt es einen geringfügigen Rückgang.

Grafik: offene Asylverfahren

Anmerkung: Bei den offenen Verfahren in 1. Instanz sind auch jene Verfahren inkludiert, die zwar bereits entschieden, aber noch nicht rechtskräftig sind.

Nachdem zwischen 2013 und 2017 noch ca. 1.900 Flüchtlinge über humanitäre Aufnahmeprogramme nach Österreich gekommen waren, wurden 2018 keine Personen mehr über Resettlement (direkte Aufnahme von Flüchtlingen aus Erstaufnahmeländern, z.B. Jordanien) aufgenommen.

Grafik: Resettlement von Flüchtlingen
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Anmerkungen

Links zu den Datenquellen: