Asylstatistik EU-Staaten 2021

Asylantragszahlen pro Jahr, Quartal und Monat

Im ersten Halbjahr 2021 wurden in den 27 EU-Mitgliedsstaaten insgesamt 247.840 Asylanträge gestellt, davon waren 200.630 Erstanträge. "Erstantrag" bezieht sich darauf, ob eine Person im jeweiligen Staat zum ersten Mal um Schutz angesucht hat, ungeachtet dessen, ob sie bereits vorher in einem anderen EU-Staat einen Asylantrag eingebracht hat.

Säulendiagramm: Asylanträge gesamt in der EU seit 2000

Der Anteil von Folgeanträgen (Anträge von Personen, die im jeweiligen Staat bereits ein Asylverfahren rechtskräftig durchlaufen haben) war 2021 bisher deutlich höher als in den Vorjahren (u.a. bedingt durch eine hohe Zahl an Folgeanträgen zu Jahresbeginn in Deutschland).

Säulendiagramme: Erst- und Mehrfachasylanträge in den EU-Staaten (ohne UK) seit 2014

Die monatlichen Asylantragszahlen in der EU lagen in der ersten Jahreshälfte 2021 unter dem Niveau der Zeit vor der Covid-19-Pandemie.

Liniendiagramm: Erstasylantragszahlen pro Monat in EU-Staaten seit 2018

Asylantragszahlen in einzelnen Staaten

Die meisten Erstanträge auf internationalen Schutz wurden 2021 bis Ende Juni in Deutschland, Frankreich und Spanien gestellt.

Grafik: Asylantragszahlen in den einzelnen EU/EFTA-Staaten und UK 2021

Berücksichtigt man die Bevölkerungsgröße, ist Zypern im großem Abstand das Land mit der höchsten Asylantragszahl pro 100.000 EinwohnerInnen, gefolgt von Malta und Österreich. Ungarn ist der Staat mit den wenigsten Anträgen bezogen auf die Bevölkerungsgröße.

Grafik: Asylantragszahlen pro Bevölkerung in den einzelnen EU/EFTA-Staaten und UK 2021

Nach den starken monatlichen Fluktuationen im Vorjahr haben sich die Asylantragszahlen mittlerweile wieder stabilisert. Sie liegen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Griechenland unter den Werten der Zeit vor der Corona-Pandemie, in Italien auf ähnlichem Niveau, in Österreich hingegen werden aktuell mehr Asylanträge gestellt als vor der Pandemie. Einen deutlichen Anstieg gab es in zuletzt auch wieder bei den Asylansuchen in Zypern.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in einzelnen EU-, EFTA- Staaten und UK in den letzten Monaten

Herkunftsstaaten

Die beiden Hauptherkunftsländer von AsylwerberInnen in der EU sind 2021 bisher (wie schon in den Vorjahren) Syrien und Afghanistan.

Grafik: Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in in EU-, EFTA-Staaten und UK 2021
Karte: Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen in EU-, EFTA-Staaten und UK 2021

Die meisten Asylanträge wurden in den letzten Monaten von SyrerInnen gestellt. Die Zahl der von afghanischen Staatsangehörigen eingebrachten Anträge stieg nach einem Rückgang rund um die Jahreswende zuletzt wieder kontinuierlich an. Einen besonders starken Anstieg von Mai auf Juni 2021 gab es bei den Schutzansuchen von Menschen aus Marokko. Weiter rückläufig sind hingegen die Asylänträge aus den südamerikanischen Staaten Venezuela und Kolumbien.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in EU-, EFTA-Staaten und UK für die wichtigsten Herkunftsstaaten

SyrerInnen bildeten im ersten Halbjahr 2021 in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Zypern und Schweden die größte Gruppe unter den Asylsuchenden. In Frankreich, Griechenland, Belgien, Schweiz und Rumänien wurden die meisten Anträge von AfghanInnen gestellt. In Spanien kam ein großer Teil der Asylanträge von Menschen aus Venezuela und Kolumbien. Für Italien war Pakistan wichtigstes Herkunftsland.

Grafik: Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen in einzelnen EU- und EFTA-Staaten

Deutschland war für Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan, Irak und der Türkei der wichtigste Zielstaat. Staatsangehörige aus Pakistan und Bangladesch stellten die meisten Asylanträge in Italien, jene aus Somalia und Nigeria in Frankreich. Spanien war für Personen aus Marokko, Venezuela, Kolumbien und Mali der EU-Staat, wo am öftesten um Schutz angesucht wurde.

Grafik: Hauptzielstaaten für Asylsuchende einzelner Herkunftsstaaten in EU- und EFTA-Staaten

AsylwerberInnen nach Geschlecht und Alter

In den ersten sechs Monaten 2021 waren 29 Prozent aller Personen, die in den EU-Staaten einen Asylantrag gestellt haben, weiblich. Das ist ein deutlich niedrigerer Anteil als im Vorjahr, als noch 35% der AntragsstellerInnen weiblich waren.

Grafik: Anteil männlicher/weiblicher AsylwerberInnen

Etwa drei von zehn Personen, die 2021 bisher einen Asylantrag gestellt haben (bzw. für die ein Antrag gestellt wurde), waren minderjährig. Der Anteil von Minderjährigen an den gesamten Asylsuchenden ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben.

Grafik: Anteil minderjähriger/erwachsener AsylwerberInnen

Anmerkungen

Nach dem Brexit sind bei Eurostat für das Vereinigte Königreich seit 2020 leider keine Daten mehr verfügbar.

In den Asylstatistiken von Eurostat sind die angegebenen Werte auf Vielfache von 5 gerundet. Da für das Jahr 2021 keine Gesamtwerte vorliegen, wurden die Werte für das erste Halbjahr 2021 aus der Summe der gerundeten Monatswerte berechnet. Sie können daher um +/-12 von den tatsächlichen Werten abweichen.

AsylwerberInnen aus Palästina werden in einigen Staaten extra ausgewiesen, in anderen jedoch werden sie (zusammen mit AsylwerberInnen anderer Herkunft) unter Kategorien wie "staatenlos" oder "unbekannt" geführt.

Die in den Grafiken verwendeten Daten wurden am 17.9.2021 von der Eurostat-Website abgerufen.

Links zu den Datenquellen: