Asylstatistik EU-Staaten 2021

Asylantragszahlen pro Jahr, Quartal und Monat

In den ersten neun Monaten 2021 wurden in den 27 EU-Mitgliedsstaaten insgesamt 427.590 Asylanträge gestellt, davon waren 356.165 Erstanträge. "Erstantrag" bezieht sich darauf, ob eine Person im jeweiligen Staat zum ersten Mal um Schutz angesucht hat, ungeachtet dessen, ob sie bereits vorher in einem anderen EU-Staat einen Asylantrag eingebracht hat.

Säulendiagramm: Asylanträge gesamt in der EU seit 2000

Der Anteil von Folgeanträgen (Anträge von Personen, die im jeweiligen Staat bereits ein Asylverfahren rechtskräftig durchlaufen haben) war 2021 bisher deutlich höher als in den Vorjahren. Von den insgesamt 71.425 Folgeanträge wurden 31.400 in Deutschland und 12.575 in Frankreich gestellt.

Säulendiagramme: Erst- und Mehrfachasylanträge in den EU-Staaten (ohne UK) seit 2014

Im September 2021 gab es in den EU-Staaten 60.835 Anträge auf Asyl. Das ist der höchste Wert seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie.

Liniendiagramm: Erstasylantragszahlen pro Monat in EU-Staaten seit 2018

Asylantragszahlen in einzelnen Staaten

Die meisten Erstanträge auf internationalen Schutz wurden in den ersten drei Quartalen 2021 in Deutschland, Frankreich und Spanien gestellt.

Grafik: Asylantragszahlen in den einzelnen EU/EFTA-Staaten und UK 2021

Berücksichtigt man die Bevölkerungsgröße, ist Zypern mit großem Abstand das Land mit der höchsten Asylantragszahl pro 100.000 EinwohnerInnen, gefolgt von Österreich und Malta. Ungarn hingegen ist der Staat mit den wenigsten Anträgen bezogen auf die Bevölkerungsgröße.

Grafik: Asylantragszahlen pro Bevölkerung in den einzelnen EU/EFTA-Staaten und UK 2021

Deutschland und Frankreich waren im September 2021 die Staaten mit den höchsten Asylantragszahlen.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in einzelnen EU-, EFTA- Staaten und UK in den letzten Monaten

Herkunftsstaaten

Die beiden Hauptherkunftsländer von AsylwerberInnen in der EU sind 2021 bisher (wie schon in den Vorjahren) Syrien und Afghanistan.

Grafik: Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in in EU-, EFTA-Staaten und UK 2021
Karte: Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen in EU-, EFTA-Staaten und UK 2021

Im September 2021 war erstmals Afghanistan wieder der Herkunftsstaat mit der größten Zahl an Asylanträgen. Ein Mitgrund für den starken Anstieg von 8.465 Anträgen im August auf 13.830 im September dürften aber auch die Asylanträge, die von gefährdeten Personen nach ihrer Evakuierung aus Afghanistan gestellt wurden, sein.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in EU-, EFTA-Staaten und UK für die wichtigsten Herkunftsstaaten

Ein Blick auf die Entwicklung der Asylantragszahlen von AfghanInnen zeigt, dass es in manchen Staaten (wie z.B. Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien), die nach der Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan im August 2021 eine größere Zahl an Personen von dort evakuiert hatten, im September zu einer markanten Steigerung der Schutzanträge kam.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in EU-, EFTA-Staaten und UK für die wichtigsten Herkunftsstaaten

SyrerInnen bildeten bis 2021 bis Ende September in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Zypern und Schweden die größte Gruppe unter den Asylsuchenden. In Frankreich, Griechenland, Belgien, der Schweiz und Rumänien wurden die meisten Anträge von AfghanInnen gestellt. In Spanien war der Herkunftsstaat mit der größten Asylantragszahl Venezuela, in Italien Pakistan.

Grafik: Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen in einzelnen EU- und EFTA-Staaten

Deutschland war heuer für Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan, Irak, der Türkei, Somalia und Eritrea der wichtigste Zielstaat. Staatsangehörige aus Pakistan und Bangladesch stellten die meisten Asylanträge in Italien, jene aus Georgien und Nigeria in Frankreich. Spanien war für Personen aus Marokko und Venezuela der EU-Staat, wo am öftesten um Schutz angesucht wurde.

Grafik: Hauptzielstaaten für Asylsuchende einzelner Herkunftsstaaten in EU- und EFTA-Staaten

Asylsuchende nach Geschlecht und Alter

In den ersten drei Quartalen 2021 waren 30 Prozent aller Personen, die in den EU-Staaten einen Asylantrag gestellt haben, weiblich. Das ist ein deutlich niedrigerer Anteil als im Vorjahr, als noch 35% der AntragsstellerInnen weiblich waren.

Grafik: Anteil männlicher/weiblicher AsylwerberInnen

Drei von zehn Personen, die 2021 bisher einen Asylantrag gestellt haben (bzw. für die ein Antrag gestellt wurde), waren minderjährig. Der Anteil von Minderjährigen an den gesamten Asylsuchenden liegt seit 2017 konstant bei 30 Prozent.

Grafik: Anteil minderjähriger/erwachsener AsylwerberInnen

Anmerkungen

Nach dem Brexit sind bei Eurostat für das Vereinigte Königreich seit 2020 keine Daten mehr verfügbar.

In den Asylstatistiken von Eurostat sind die angegebenen Werte auf Vielfache von 5 gerundet. Da für das Jahr 2021 keine Gesamtwerte vorliegen, wurden die Werte für bis September aus der Summe der gerundeten Monatswerte berechnet. Sie können daher um +/-18 von den tatsächlichen Werten abweichen.

AsylwerberInnen aus Palästina werden in einigen Staaten extra ausgewiesen, in anderen jedoch werden sie (zusammen mit AsylwerberInnen anderer Herkunft) unter Kategorien wie "staatenlos" oder "unbekannt" geführt.

Die in den Grafiken verwendeten Daten wurden am 7.12.2021 von der Eurostat-Website abgerufen.

Links zu den Datenquellen: