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Asylantragszahlen pro Jahr und Monat

2019 wurden in den Staaten der EU+ (die 28 EU-Staaten plus Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) insgesamt 740.720 Asylanträge gestellt, davon waren 674.670 erstmalige Ansuchen. Nimmt man nur die 28 EU-Staaten, waren es gesamt 721.340 Anträge (657.100 Erstanträge). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg der Asylantragszahlen in der EU+ um 10,6% bei den Gesamt- und 11,6% bei den Erstanträgen.

Grafik: Asylanträge gesamt in der EU seit 2000,Grafik: Asylanträge gesamt in der EU+ seit 2008,Grafik: Erstasylanträge in der EU seit 2014,Grafik: Erstasylanträge in der EU+ seit 2014

Die Zahl der monatlichen Erstanträge auf Asyl schwankte zwischen 47.485 im Juni und 67.420 im Oktober.

Grafik: Monatliche Asylantragszahlen in der EU
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Asylantragszahlen in einzelnen EU+ -Staaten

Die meisten Anträge auf internationalen Schutz wurden auch 2019 wieder in Deutschland gestellt, gefolgt von Frankreich und Spanien. Auf Deutschland entfielen ca. 21% aller Asylansuchen in der EU+ (2018 waren es noch 28%).

Grafik: Asylantragszahlen in den einzelnen EU+ Staaten 2019

Berücksichtigt man die Bevölkerungsgröße, war Zypern mit großem Abstand das Land mit der höchsten Asylantragszahl pro 100.000 EinwohnerInnen. Auch Malta und Griechenland hatten im Vergleich zur EinwohnerInnenzahl überdurchschnittlich viele AsylwerberInnen. Ungarn und die Slowakei waren die Staaten mit den wenigsten Anträgen.

Grafik: Asylantragszahlen pro Bevölkerung in den einzelnen EU+ Staaten 2019

Den deutlichsten Anstieg an Asylanträgen hatte 2019 Spanien zu verzeichnen. Im November stand man erstmals bei den monatlichen Antragszahlen an erster Stelle aller EU+ Staaten. Im Dezember hatte dann Frankreich die meisten Ansuchen um internationalen Schutz. Auch in Griechenland stieg vor allem in der 2. Jahreshälfte die Zahl der AsylwerberInnen stark an. Im Dezember wurden dort fast so viele Anträge wie in Deutschland gestellt.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in einzelnen EU+ Staaten
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Herkunftsstaaten

Hauptherkunftsländer von AsylwerberInnen waren 2019 Syrien (77.430 Erstanträge), Afghanistan (56.265) und Venezuela (45.025).

Grafik: Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in der EU 2019

Karte: Top 12 Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in der EU

Im Vergleich zum Vorjahr hat der Anteil von syrischen AsylwerberInnen von 13,7 auf 11,5% abgenommen, jener von Schutzsuchenden aus Afghanistan (von 7,0% auf 8,3%), Venezuela (von 3,7% auf 6,7%) und Kolumbien (von 1,7 auf 4,7%) ist gestiegen.

Grafik: Vergleich Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in der EU 2018-2019

Die Zahl der Asylanträge von syrischen Staatsangehörigen nahm ebenso wie jene von afghanischen in der 2. Jahreshälfte 2019 deutlich zu. Bei Personen aus Venezuela und Kolumbien gab es zunächst zu Jahresbeginn und dann nochmals am Jahresende einen starken Anstieg. Ein kontinuierlicher Rückgang war hingegen bei Asylansuchen von IrakerInnen zu beobachten.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen für die Hauptherkunftsstaaten

SyrerInnen bildeten 2019 in Deutschland, Belgien, Schweden, den Niederlanden, Zypern und Österreich die größte Gruppe unter den Asylsuchenden. In Frankreich und Griechenland wurden die meisten Anträge von AfghanInnen gestellt. In Spanien waren alle drei Hauptherkunftsstaaten lateinamerikanische Länder. Im Vereinigten Königreich war der Iran wichtigstes Herkunftsland, in Italien Pakistan und in der Schweiz Eritrea.

Grafik: Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen in einzelnen EU-Staaten

Deutschland war für Asylsuchende aus Syrien, Irak, der Türkei, Iran, Nigeria und Eritrea der wichtigste Zielstaat. Staatsangehörige aus Georgien und Albanien stellten am häufigsten Asylanträge in Frankreich. Griechenland war Nr. 1 bei Schutzsuchenden aus Afghanistan, Italien bei jenen aus Pakistan. Personen aus Venezuela oder Kolumbien suchten fast ausschließlich in Spanien um Asyl an.

Grafik: Hauptzielstaaten für Asylsuchende einzelner Herkunftsstaaten
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AsylwerberInnen nach Geschlecht und Alter

Insgesamt waren 38% aller AsylwerberInnen in diesem Jahr weiblich, 62% männlich. Von den Aufnahmestaaten hatte Spanien den höchsten Anteil an weiblichen AsylwerberInnen (46%), den geringsten Slowenien (5%). Bei AsylwerberInnen aus den lateinamerikanischen Staaten war das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen. Asylsuchende aus Bangladesch oder Pakistan hingegen waren zu 92% bzw. 91% männlich.

Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Geschlecht und Antragsstaat,Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Geschlecht und Herkunftsstaat

Drei von zehn Personen, die 2019 einen Asylantrag gestellt hatten (bzw. für die ein Antrag gestellt wurde), waren minderjährig. Zwischen den Staaten gibt es jedoch große Unterschiede: in Österreich waren 54% minderjährig, in Zypern nur 9%. Von den Hauptherkunftsstaaten war der Anteil von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre bei syrischen Staatsangehörigen mit 56% am höchsten, bei jenen aus Bangladesch und Indien am geringsten (8%).

Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Alter und Antragsstaat,Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Alter und Herkunftsstaat
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Anmerkungen

Der Begriff "erstmaliger Asylantrag" bezieht sich darauf, ob eine Person im jeweiligen Staat zum ersten Mal um Asyl angesucht hat. Ob von dieser Person bereits in einem anderen EU+ Staat ein Asylantrag gestellt wurde, ist hierbei nicht berücksichtigt.

In den Asylstatistiken von Eurostat sind alle angegebenen Werte immer auf Vielfache von 5 gerundet.

AsylwerberInnen aus Palästina werden in einigen Staaten extra ausgewiesen, in anderen jedoch werden sie (zusammen mit AsylwerberInnen anderer Herkunft) unter Kategorien wie "staatenlos" oder "unbekannt" geführt.

Die in den Grafiken verwendeten Daten wurden am 5.3.2020 von der Eurostat-Website abgerufen.

Links zu den Datenquellen: