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Asylantragszahlen pro Jahr und Monat

Nachdem in den Jahren 2015 und 2016 in den Staaten der EU+ (die 28 EU Staaten plus Schweiz, Norwegen, Island und Liechentstein) 1,4 bzw. 1,3 Millionen Asylanträge gestellt worden waren, sank die Zahl der Asylansuchen in den darauf folgenden Jahren wieder deutlich. 2019 wurden bis Ende September insgesamt 534.720 Anträge auf internationalen Schutz eingebracht, davon waren 486.490 erstmalige Asylanträge. Bleibt das Niveau der Asylantragszahlen wie in den letzten Monaten, ist bis Jahresende für 2019 mit etwas mehr als 700.000 Gesamtasylanträgen bzw. ca. 650.000 Erstasylanträgen zu rechnen.

Grafik: Asylanträge gesamt in der EU seit 2000,Grafik: Asylanträge gesamt in der EU+ seit 2008,Grafik: Erstasylanträge in der EU seit 2014,Grafik: Erstasylanträge in der EU+ seit 2014

Im 3. Quartal 2019 wurden in der EU+ 170.895 Erstasylanträge gestellt. Das ist der höchste Quartalswert seit 2 Jahren.

Grafik: Asylantragszahlen pro Quartal in der EU

Im September 2019 gab es in der EU+ 57.430 erstmalige Anträge auf internationalen Schutz. Seit Jahresbeginn 2017 wurden in der EU+ monatlich maximal 63.625 (März 2017), minimal 44.295 (Dezember 2018) Erstasylanträge gestellt. Der Höchstwert insgesamt lag bei 180.510 Erstasylanträgen im Oktober 2015.

Grafik: Monatliche Asylantragszahlen in der EU
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Asylantragszahlen in einzelnen EU+ -Staaten

Die meisten Anträge auf internationalen Schutz wurden in den ersten 9 Monaten 2019 in Deutschland gestellt, gefolgt von Frankreich und Spanien. Auf Deutschland entfielen bisher ca. 23% aller Asylansuchen in der EU+.

Grafik: Asylantragszahlen in den einzelnen EU+ Staaten 2019

Berücksichtigt man die Bevölkerungsgröße, war Zypern mit großem Abstand das Land mit der höchsten Asylantragszahl pro 100.000 EinwohnerInnen. Auch Malta, Griechenland und Luxemburg hatten im Vergleich zur EinwohnerInnenzahl eine überdurchschnittlich hohe Zahl an AsylwerberInnen.

Grafik: Asylantragszahlen pro Bevölkerung in den einzelnen EU+ Staaten 2019

In Spanien, das während der letzten 12 Monate insgesamt den stärksten Anstieg an AsylwerberInnen zu verzeichnen hatte, ging im August und September die Zahl der neuen Asylanträge wieder etwas zurück. Einen deutlichen Anstieg der Asylansuchen gab es zuletzt in Griechenland und in Schweden.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen in einzelnen EU+ Staaten
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Herkunftsstaaten

Die meisten Asylanträge wurden 2019 bisher von Staatsangehörigen Syriens, Afghanistans und Venezuelas gestellt.

Karte: Top 12 Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in der EU

Unter den 10 Herkunftsstaaten mit den meisten Asylanträgen in der EU+ finden sich 7 asiatische (inkl. Türkei), 2 südamerikanische und 1 afrikanischer Staat.

Grafik: Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in der EU 2019

Im Vergleich zum Vorjahr ist im ersten Halbjahr 2019 der Anteil von syrischen Asylsuchenden von 13,7% auf 11,4% gesunken. Der Anteil von AsylwerberInnen aus Venezuela ist hingegen von 3,7 auf 6,4% gestiegen, jener von Personen aus Kolumbien von 1,7 auf 4,2%.

Grafik: Vergleich Herkunftsstaaten von AsylwerberInnen in der EU 2018-2019

Während die Zahl der Asylanträge von syrischen Staatsangehörigen seit 2016 abnahm, gab es in den letzten drei Monaten wieder deutlich mehr Schutzansuchen. Ebenfalls gestiegen ist die Zahl von afghanischen AsylwerberInnen. Bei Personen aus Venezuela und Kolumbien gab es bereits zu Jahresbeginn einen starken Anstieg der Asylantragszahlen. Ein kontinuierlicher Rückgang ist hingegen bei Asylansuchen von IrakerInnen zu beobachten.

Grafik: Entwicklung der monatlichen Asylantragszahlen für die Hauptherkunftsstaaten

SyrerInnen bilden unter anderem in Deutschland, Schweden, den Niederlanden, und Zypern die größte Gruppe unter den Asylsuchenden. In Frankreich, Griechenland und Österreich werden die meisten Anträge von AfghanInnen gestellt. In Spanien sind die alle drei Hauptherkunftsstaaten lateinamerikanische Länder. Im Vereinigten Königreich der Iran Hauptherkunftsland, in Italien Pakistan, in Belgien Palästina und in der Schweiz Eritrea.

Grafik: Hauptherkunftsstaaten von AsylwerberInnen in einzelnen EU-Staaten

Deutschland war für Asylsuchende aus Syrien, Irak, Türkei, Iran, Nigeria und Eritrea der wichtigste Zielstaat. Staatsangehörige aus Georgien und Albanien stellten am häufigsten Asylanträge in Frankreich. Griechenland war Nr. 1 bei Schutzsuchenden aus Afghanistan, Italien bei jenen aus Pakistan. Personen aus Venezuela oder Kolumbien suchten fast ausschließlich in Spanien um Asyl an.

Grafik: Hauptzielstaaten für Asylsuchende einzelner Herkunftsstaaten
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AsylwerberInnen nach Geschlecht und Alter

Insgesamt waren 38% aller AsylwerberInnen in diesem Jahr weiblich, 62% männlich. Von den Aufnahmestaaten hatte Spanien den höchsten Anteil an weiblichen AsylwerberInnen (46%), den geringsten Slowenien (6%). Bei AsylwerberInnen aus den lateinamerikanischen Staaten war das Geschlechterverhältnis relativ ausgeglichen. Asylsuchende aus Bangladesch oder Pakistan hingegen waren zu 92% bzw. 90% männlich.

Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Geschlecht und Antragsstaat,Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Geschlecht und Herkunftsstaat

Drei von zehn Personen, die 2019 bis Ende September einen Asylantrag gestellt hatten, waren minderjährig. Zwischen den Staaten gibt es jedoch große Unterschiede: in Österreich waren 57% minderjährig, in Zypern nur 10%. Von den Hauptherkunftsstaaten war der Anteil von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre bei syrischen Staatsangehörigen mit 58% am höchsten, bei jenen aus Bangladesch und Indien am geringsten (8%).

Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Alter und Antragsstaat,Grafik: AsylwerberInnen in der EU+ nach Alter und Herkunftsstaat
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Anmerkungen

Der Begriff "erstmaliger Asylantrag" bezieht sich darauf, ob eine Person im jeweiligen Staat zum ersten Mal um Asyl angesucht hat. Ob von dieser Person bereits in einem anderen EU+ Staat ein Asylantrag gestellt wurde, ist hierbei nicht berücksichtigt.

In den Asylstatistiken von Eurostat sind die angegebenen Werte immer auf Vielfache von 5 gerundet. Die Werte für 2019 sind durch die Summierung der einzelnen (gerundeten) Monatswerte berechnet. Daher können die tatsächlichen Werte von den hier berechneten um +/-2 je Monat (z.B. für 9 Monate +/-18) abweichen. Für alle anderen Jahreswerte gilt eine Rundungsabweichung +/-2 pro Jahr.

AsylwerberInnen aus Palästina werden in einigen Staaten extra ausgewiesen, in anderen jedoch werden sie (zusammen mit AsylwerberInnen anderer Herkunft) unter Kategorien wie "staatenlos" oder "unbekannt" geführt.

Links zu den Datenquellen: