Grundversorgung in Österreich 2022

Zahl der Personen mit Grundversorgung

Durch die Grundversorgung wird in Österreich seit 2004 hilfs- und schutzbedürftigen Fremden eine Basisversorgung gewährt, wobei die Leistungen deutlich niedriger als in der Mindestsicherung bzw. Sozialhilfe sind. Anspruch auf Grundversorgung haben AsylwerberInnen, subsidiär Schutzberechtigte, Asylberechtigte bis vier Monate nach der Anerkennung und Personen, die aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen nicht abschiebbar sind.

Vertriebene aus der Ukraine erhalten – wenn sie nicht selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen können – ebenfalls Grundversorgung. Die entsprechende Verordnung, durch die ukrainischen Staatsangehörigen und Personen, denen in der Ukraine internationaler Schutz gewährt worden war, in Österreich ein vorübergehendes (vorerst bis März 2023 befristetes) Aufenthaltsrecht eingeräumt wird, trat mit 12.3.2022 in Kraft.

2022 erhielten von Jahresbeginn zunächst konstant etwa 30.000 Personen Leistungen aus der Grundversorgung. Mit der Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine ab Mitte März stieg die Zahl der GrundversorgungsbezieherInnen innerhalb von zwei Monaten auf über 77.000 an.

Den bisherigen Höchststand bei der Grundversorgung gab es mit über 86.000 Menschen in den ersten Monaten 2016.

Grafik: Österreich: Personen mit Grundversorgung seit 2004 10 169 27 438 29 118 27 910 24 798 23 537 21 883 18 312 18 418 20 505 21 955 31 249 77 999 78 948 61 242 43 140 30 878 26 659 30 221 77 039 0 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000 80 000 90 000 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Datenquellen: BMI, Parlamentarische Anfragebeantwortungen, Land Kärnten Zahl der Personen, die zu Jahresbeginn bzw. am 1.5.2004 und am 11.5.2022 Grundversorgungsleistungen bezogen Österreich: Personen mit Grundversorgung seit 2004
Grafik: Österreich: Personen mit Grundversorgung seit 2014 21 955 31 249 77 999 86 175 78 948 61 242 43 140 30 878 26 659 25 139 30 221 77 039 01.01.14 01.01.15 01.01.16 29.02.16 01.01.17 01.01.18 01.01.19 01.01.20 01.01.21 01.07.21 01.01.22 11.05.22 0 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000 80 000 90 000 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Datenquellen: BMI, Parlamentarische Anfragebeantwortungen, Land Kärnten Zahl der Personen, die zum jeweiligen Zeitpunkt Grundversorgungsleistungen bezogen Österreich: Personen mit Grundversorgung seit 2014
Grafik: Österreich: Personen mit Grundversorgung 2022 30 221 30 233 30 122 30 492 46 442 56 704 67 033 77 039 01.01.22 01.02.22 01.03.22 16.03.22 01.04.22 13.04.22 27.04.22 11.05.22 0 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000 80 000 Jän '22 Feb '22 Mär '22 Apr '22 Mai '22 Datenquellen: BMI, Land Kärnten Zahl der Personen, die zum jeweiligen Zeitpunkt Grundversorgungsleistungen bezogen Österreich: Personen mit Grundversorgung 2022

Verteilung auf die Bundesländer

Von den insgesamt 77.039 Personen, die am 11.5.2022 Leistungen aus der Grundversorgung erhielten, wohnten 26.930 (35%) in Wien.

Grafik: Personen mit Grundversorgung in den Bundesländern 2 489 2 916 13 255 10 492 3 472 10 322 4 517 2 646 26 930 3 % 4 % 17 % 14 % 5 % 13 % 6 % 3 % 35 % Burgenland Vorarlberg Kärnten Salzburg Tirol Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Wien Datenquelle: Land Kärnten Zahl der Personen, die am 11.5.2022 Grundversorgungsleistungen bezogen bzw. Anteil des Bundeslandes Personen mit Grundversorgung in den Bundesländern

Die stärkste Zunahme bei den grundversorgten Personen hatte seit Anfang März in absoluten Zahlen Wien (plus 15.586 Personen) zu verzeichnen. Prozentuell gesehen war es Niederösterreich, wo sich die Zahl der GrundversorgungsbezieherInnen seither mehr als verdreifacht hat. Den geringsten Zuwachs gab es in Kärnten.

Grafik: Veränderung der Personen in Grundversorgung in den Bundesländern + 1 560 + 1 028 + 9 512 + 6 643 + 1 980 + 6 385 + 2 587 + 1 584 + 15 586 Kärnten Burgenland Vorarlberg Salzburg Tirol Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Wien absolut + 168 % + 54 % + 254 % + 173 % + 133 % + 162 % + 134 % + 149 % + 137 % Kärnten Salzburg Tirol Wien Vorarlberg Steiermark Burgenland Oberösterreich Niederösterreich in Prozent Datenquelle: Land Kärnten Zunahme der Zahl der Personen mit Grundversorgung von 2.3.2022 auf 11.5.2022 Veränderung der Personen in Grundversorgung in den Bundesländern

Nimmt man die in der Grundversorgungsvereinbarung festgelegte Quote, die eine gleichmäßige Verteilung der grundversorgten Personen auf alle Bundesländer gewährleisten soll, als Maßstab, so leben aktuell nur in Wien mehr Personen mit Grundversorgung, als über die Quote vorgesehen wäre, in Kärnten hingegen um 40 Prozent weniger. Derzeit kann sich die Quotenerfüllung eines Bundeslandes allerdings rasch ändern: Kärnten hat z.B. Anfang März die Quote noch zu 99% erfüllt, liegt nun aber nur mehr bei 60%.

Eine Untererfüllung der Quote kann – muss aber nicht – bedeuten, dass es im betreffenden Bundesland zu wenig Unterbringungsplätze gibt. Im Gegensatz zu AsylwerberInnen, die einem Bundesland zugewiesen werden, können subsidiär Schutzberechtigte (von denen der Großteil in Wien lebt) und Geflüchtete aus der Ukraine (die momentan mehr als die Hälfte der Personen in Grundversorgung ausmachen) ihren Wohnort in Österreich frei wählen. Außerdem ist zu beachten, dass Personen, die in einer Einrichtung des Bundes untergebracht sind, dem Bundesland, in dem sich die Einrichtung befindet, zugerechnet werden.

Grafik: Quotenerfüllung der Bundesländer - 3 % - 40 % - 9 % - 19 % - 28 % - 4 % - 31 % - 23 % + 63 % Burgenland Kärnten Niederösterreich Oberösterreich Salzburg Steiermark Tirol Vorarlberg Wien Datenquelle: Land Kärnten; eigene Berechnung Abweichung (in Prozent) der Zahl der Personen mit Grundversorgung von der vorgesehenen Quote am 11.5.2022 Quotenerfüllung der Bundesländer

Anmerkungen

Derzeit veröffentlicht das Land Kärnten auf ihrer Webseite aktuelle Zahlen der GrundversorgungsbezieherInnen in den österreichischen Bundesländern.

Die monatliche Asylstatistik des BMI enthält seit diesem Jahr auch Daten zur Grundversorgung (allerdings nur für Österreich insgesamt).

Zusätzliche Daten stammen aus verschiedenen parlamentarischen Anfragebeantwortungen.

Links zu den Datenquellen: