Resettlement (über UNHCR) 2021

Vorbemerkungen

Unter „Resettlement“ versteht man die dauerhafte Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in einem Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt und die Möglichkeit zur Integration im Land bietet.

Alle in den folgenden Grafiken angegebenen Zahlen beziehen sich nur auf Personen, die über UNHCR umgesiedelt wurden, und die auch bereits tatsächlich im Aufnahmestaat angekommen sind. Flüchtlinge, die über andere staatliche oder private Resettlementprogramme aufgenommen wurden, sind nicht enthalten (insbesondere Kanada verfügt über ein umfangreiches "private-sponsorship"-Programm).

Resettlement erfolgt nicht direkt aus dem Herkunftsland, sondern über einen Erstaufnahmestaat, in dem die Flüchtlinge zunächst Schutz gefunden haben. Meist sind dies Nachbarstaaten von Konfliktregionen. Hier werden die betreffenden Personen von UNHCR ausgewählt und einem Aufnahmestaat vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung, ob es zu einem Resettlement kommt, trifft (oft nach weiteren Prüfungen) der jeweilige Aufnahmestaat.

Umgesiedelte Personen gesamt

2021 konnten bis Ende Juni 12.456 Flüchtlinge über UNHCR in verschiedenen Aufnahmestaaten neu angesiedelt werden. Die meisten Resettlement-Aufnahmen gab es mit mehr als 126.000 im Jahr 2016.

Grafik: Über Resettlement pro Jahr umgesiedelte Personen seit 2003

Im Juni 2021 wurde mit 4.122 neu angesiedelten Flüchtlingen der höchste Wert seit Jahresbeginn 2020 erreicht.

Grafik: Über Resettlement 2020 pro Monat umgesiedelte Flüchtlinge

Anmerkung: Die monatlichen Daten wurden aus der Differenz der in den monatlichen Resettlement-Factsheets angegebenen Gesamtzahlen der bis zu diesem Zeitpunkt umgesiedelten Personen berechnet. Für 2020 weicht die Summe der Monatswerte (22.770) geringfügig vom Jahreswert in der UNHCR-Datenbank (22.800) ab.

Aufnahmestaaten

17 Staaten haben im ersten Halbjahr 2021 Resettlement-Flüchtlinge über UNHCR aufgenommen, die meisten davon die USA, Schweden und Kanada.

Grafik: Über Resettlement 2021 umgesiedelte Flüchtlinge nach Aufnahmestaaten

Der Großteil der Flüchtlingsneuansiedelungen erfolgte bis 2016 durch die USA. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump wurden die Resettlement-Kontingente jedoch drastisch reduziert. Der neue Präsident John Biden hat zwar angekündigt, die Zahl der Resettlement-Aufnahmen wieder deutlich zu erhöhen, im ersten Halbjahr 2021 blieb die Zahl der Neuansiedelungen allerdings vorerst weiter sehr niedrig.

Grafik: USA - Über Resettlement seit 2010 pro Jahr aufgenommene Flüchtlinge

Die EU-Staaten hatten ursprünglich geplant, 2020 29.500 Flüchtlinge über Resettlement aufzunehmen. Bedingt durch die Covid-19-Pandemie erklärte die EU-Kommission im Herbst 2020, dieses Ziel bis Ende 2021 erreichen zu wollen. Davon ist man jedoch noch weit entfernt: 2020 und 2021 wurden bisher zusammengerechnet 13.465 Flüchtlinge in EU-Staaten umgesiedelt.

Grafik: Über Resettlement in EU-Staaten (ohne UK) umgesiedelte Flüchtlinge seit 2003

Schweden war im ersten Halbjahr 2021 der europäische Staat mit den meisten Resettlement-Aufnahmen. Danach folgen Deutschland und Norwegen. Im Vereinigten Königreich und in Frankreich ist die Zahl der Aufnahmen verglichen mit früheren Jahren weiterhin sehr gering. Andere Staaten mit mehr als 200 Neuansiedelungen in diesem Jahr waren Belgien, die Schweiz, die Niederlande, Finnland und Spanien.

Grafik: Entwicklung Resettlement nach Aufnahmestaaten
Grafik: Schweden - Über Resettlement seit 2010 pro Jahr aufgenommene Flüchtlinge

Herkunftsstaaten

„Herkunftsstaat“ bezieht sich auf die Staatsangehörigkeit der umgesiedelten Flüchtlinge, nicht auf den Staat, aus dem das Resettlement tatsächlich stattgefunden hat. In der UNHCR-Datenbank ist nur eine Abfrage nach zehn ausgewählten Herkunftsstaaten möglich (Afghanistan, DR Kongo, Eritrea, Irak, Myanmar, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und Venezuela; bis 2020 waren dazu noch Daten für Bhutan und den Iran abrufbar).

Die meisten der 2021 bisher umgesiedelten Flüchtlinge waren Staatsangehörige Syriens und der Demokratischen Republik Kongo.

Grafik: Über Resettlement 2021 umgesiedelte Flüchtlinge nach Herkunftsstaaten
Grafik: Entwicklung Resettlement nach Herkunftsstaaten

Kanada, Deutschland, Norwegen, Belgien, das Vereinigte Königreich und die Schweiz haben hauptsächlich syrische Flüchtlinge neu angesiedelt. Bei Schweden, den USA und Frankreich war das Hauptherkunftsland der aufgenommenen Personen die Demokratische Republik Kongo.

Grafik: Aus welchen Herkunftsstaaten 2021 Flüchtlinge aufgenommen wurden (nach Aufnahmestaat)

Umgesiedelte Personen nach Erstaufnahmestaaten

"Erstaufnahmestaaten" bezeichnet hier jene Staaten, in denen Personen nach ihrer Flucht zunächst Schutz gefunden haben und in denen für sie über UNHCR die dauerhafte Umsiedelung in einen Aufnahmestaat beantragt wurde.

Die meisten Flüchtlinge wurden im ersten Halbjahr 2021 aus der Türkei umgesiedelt.

Grafik: Über Resettlement 2021 umgesiedelte Flüchtlinge nach Erstaufnahmestaaten
Grafik: Entwicklung Resettlement nach Erstaufnahmestaaten

Die meisten Resettlement-Aufnahmen aus der Türkei gab es durch Deutschland, aus dem Libanon und Äthiopien durch Norwegen, aus Jordanien durch Kanada, aus Tansania, Uganda und Ruanda durch die USA und aus Ägypten und Niger durch Schweden.

Grafik: Wohin Flüchtlinge aus Erstaufnahmestaaten 2021 umgesiedelt wurden

Anmerkungen

Die verwendeten Daten wurden am 18.7.2021 von der UNHCR-Resettlement-Website abgerufen.

Links zu den Datenquellen: