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Vorbemerkungen

Unter „Resettlement“ versteht man die dauerhafte Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in einem Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt und die Möglichkeit zur Integration im Land bietet.

Alle in den folgenden Grafiken angebenen Zahlen beziehen sich nur auf Personen, die über UNHCR umgesiedelt wurden, und die auch bereits tatsächlich im Aufnahmestaat angekommen sind. Flüchtlinge, die über andere staatliche oder private Resettlementprogramme aufgenommen wurden, sind nicht enthalten.

Resettlement erfolgt nicht direkt aus dem Herkunftsland, sondern über einen Erstaufnahmestaat, in dem die Flüchtlinge zunächst Schutz gefunden haben. Meist sind dies Nachbarstaaten von Konfliktregionen. Hier werden die betreffenden Personen von UNHCR ausgewählt und einem Aufnahmestaat vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung, ob es zu einem Resettlement kommt, trifft (oft nach weiteren Prüfungen) der jeweilige Aufnahmestaat.

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Umgesiedelte Personen gesamt

2019 wurden insgesamt 63.696 Flüchtlinge über UNHCR in verschiedene Aufnahmestaaten umgesiedelt. Das sind um etwa 8.000 Personen mehr als im letzten Jahr. Allerdings wurden seit 2008 nur 2011 und 2018 weniger Flüchtlinge aufgenommen als 2019. Die meisten Resettlement-Aufnahmen gab es mit 126.291 im Jahr 2016.

Grafik: Über Resettlement pro Jahr umgesiedelte Personen seit 2003
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Aufnahmestaaten

Insgesamt 27 Staaten haben 2019 Resettlement-Flüchtlinge aufgenommen, die meisten davon die Vereinigten Staaten und Kanada. In Europa waren das Vereinigte Königreich, Schweden, Deutschland und Frankreich die wichtigsten Aufnahmestaaten.

Grafik: Über Resettlement seit 2010 umgesiedelte Flüchtlinge nach Aufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2016 umgesiedelte Flüchtlinge nach Aufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2017 umgesiedelte Flüchtlinge nach Aufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2018 umgesiedelte Flüchtlinge nach Aufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2019 umgesiedelte Flüchtlinge nach Aufnahmestaaten

46% der Flüchtlinge wurden von EU/EFTA-Staaten aufgenommen, 33% von den USA und 14% von Kanada. Der Anteil der USA ist unter der Präsidentschaft von Donald Trump stark zurückgegangen, jener der europäischen Staaten ist seit 2016 hingegen deutlich angestiegen.

Grafik: Entwicklung Anteil an weltweitem Resettlement USA, Kanada, EU/EFTA-Staaten

Die Vereinigten Staaten sind zwar nach wie vor der Staat, welcher die meisten Flüchtlinge über UNHCR aufnimmt. Während allerdings 2016 noch 78.761 Personen eine neue Heimat in den USA gewährt wurde, waren es 2019 nur noch 21.159.

Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in den USA aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in Kanada aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in Australien aufgenommene Flüchtlinge

Die EU- und EFTA-Staaten haben zusammen 2019 29.027 Personen über Resettlement aufgenommen.

Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in den EU und EFTA-Staaten aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr im Vereinigten Königreich aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in Schweden aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in Deutschland aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in Norwegen aufgenommene Flüchtlinge,Grafik: Über Resettlement seit 2010 pro Jahr in Frankreich aufgenommene Flüchtlinge

Allerdings beteiligen sich die einzelnen europäischen Staaten sehr unterschiedlich am Resettlement. Neben den nordischen Staaten Schweden, Norwegen und Finnland, die schon seit langem UNHCR umfangreiche Aufnahmekontingente zur Verfügung stellen, haben in den letzten Jahren auch das Vereinigte Königreich, Deutschland, Frankreich, die Niederlande oder die Schweiz die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge gesteigert. Nicht an Resettlement-Progammen teilgenommen haben 2019 unter anderem Staaten wie Österreich, Dänemark, Polen, Ungarn oder die Slowakei.

Grafik: Entwicklung Resettlement nach Aufnahmestaaten
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Herkunftsstaaten der umgesiedelten Flüchtlinge

„Herkunftsstaat“ bezieht sich auf die Staatsangehörigkeit der umgesiedelten Flüchtlinge, nicht auf den Staat, aus dem das Resettlement tatsächlich stattgefunden hat. In der UNHCR-Datenbank ist nur eine Abfrage nach 10 ausgewählten Herkunftsstaaten (Afghanistan, Bhutan, DR Kongo, Eritrea, Iran, Irak, Myanmar, Somalia, Sudan und Syrien) möglich.

Die meisten der 2019 umgesiedelten Flüchtlinge waren Staatsangehörige Syriens, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmars.

Grafik: Über Resettlement seit 2010 umgesiedelte Flüchtlinge nach Herkunftstaaten,Grafik: Über Resettlement 2016 umgesiedelte Flüchtlinge nach Herkunftstaaten,Grafik: Über Resettlement 2017 umgesiedelte Flüchtlinge nach Herkunftstaaten,Grafik: Über Resettlement 2018 umgesiedelte Flüchtlinge nach Herkunftstaaten,Grafik: Über Resettlement 2019 umgesiedelte Flüchtlinge nach Herkunftstaaten

2016 fanden 47.930 SyrerInnen durch Resettlement eine neue Heimat, 2019 waren es 23.625. Die Zahl der umgesiedelten Personen aus Myanmar, dem Irak und Somalia ist in den letzten Jahren stark gesunken. Das Resettlement von Personen aus Bhutan, die in den 1990er-Jahren nach Nepal geflüchtet waren, ist weitgehend abgeschlossen. Eine Zunahme gab es bei den Umsiedelungen von Staatsangehörigen der Demokratischen Republik Kongo.

Grafik: Entwicklung Resettlement nach Herkunftsstaaten

Die USA hat 2019 vorwiegend Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar aufgenommen. Für Kanada und die meisten europäischen Staaten waren hingegen syrische Staatsangehörige die größte Gruppe unter den umgesiedelten Personen.

Grafik: Aus welchen Herkunftsstaaten 2019 Flüchtlinge aufgenommen wurden (nach Aufnahmestaat),Grafik: Wohin Flüchtlinge 2019 umgesiedelt wurden (nach Herkunftsstaat)
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Umgesiedelte Personen nach Erstaufnahmestaaten

Erstaufnahmestaaten bezeichnet hier jene Staaten, in denen Personen nach ihrer Flucht zunächst Schutz gefunden haben und in denen für sie über UNHCR die dauerhafte Umsiedelung in einen Aufnahmestaat beantragt wurde.

Die meisten der Flüchtlinge wurden 2019 aus der Türkei, dem Libanon und Jordanien umgesiedelt.

Grafik: Über Resettlement seit 2010 umgesiedelte Flüchtlinge nach Erstaufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2016 umgesiedelte Flüchtlinge nach Erstaufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2017 umgesiedelte Flüchtlinge nach Erstaufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2018 umgesiedelte Flüchtlinge nach Erstaufnahmestaaten,Grafik: Über Resettlement 2019 umgesiedelte Flüchtlinge nach Erstaufnahmestaaten

Grafik: Entwicklung Resettlement nach Erstaufnahmestaaten

Resettlement aus afrikanischen Staaten wie Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi erfolgte zum überwiegenden Teil in die USA. Flüchtlinge, die aus der Türkei, dem Libanon, Jordanien oder Ägypen umgesiedelt wurden, verteilten sich demgegenüber auf mehrere verschiedene Aufnahmestaaten.

Grafik: Aus welchen Erstaufnahmestaaten 2019 Flüchtlinge aufgenommen wurden (nach Aufnahmestaat),Grafik: Wohin Flüchtlinge aus Erstaufnahmestaaten 2019 umgesiedelt wurden
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Resettlement aus Libyen und Niger

Aufgrund der prekären humanitären Situation in Libyen wurden seit Ende 2017 Personen, die für ein Resettlement in Frage kommen, nach Niger evakuiert. 2019 wurden aus Niger 1.722 Flüchtlinge umgesiedelt, 515 direkt aus Libyen. Wichtigste Aufnahmestaaten waren Kanada, Frankreich und Schweden.

Grafik: Resettlement aus Libyen und Niger
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Anmerkungen

Die verwendeten Daten wurden am 5.2.2020 von der UNHCR-Resettlement-Website abgerufen.

Link zur Datenquelle: